FC Thayngen 1: Den Schwung mitgenommen (Quelle: SHN)
Im Heimspiel gegen den vorherigen Tabellenvierten Elgg gelingt dem Leader FC Thayngen am Samstagabend ein verdienter 1:0-Sieg. Das entscheidende Tor schiesst Lee Roy Wendle kurz vor der Pause.
Pascal Oesch
REGIONALFUSSBALL, 3. LIGA.
Mit einem knappen 3:2-Erfolg in Stein am Rhein hatte der FC Thayngen unter der Woche die Spitzenposition in der 3. Liga zurückerobert. Zuerst nur für 24 Stunden, dann definitiv, weil der FC Beringen mit einem 2:2-Unentschieden im Gepäck aus Elgg zurückgereist war. Muhamat Ramadani hatte beide Treffer für die Winterthurer erzielt. Der Captain steht zudem an der Spitze der Torschützenliste, 17-mal reüssierte er bis dato im Championat 2023/2024. Entsprechend war Thayngen gewarnt, weil Ramadani und seine Kollegen auf dem Sportplatz Stockwiesen gastierten. Aber der neue Leader nahm den Schwung mit, feierte einen 1:0-Sieg, legte gegenüber der Konkurrenz aus dem Klettgau vor. Trainer Moreno Del Rizzo sprach anschliessend nicht nur von erfüllter Pflicht. «Es gab
keine Hektik, kein Gemotze und keine Gelben Karten», sagte er und ergänzte: «Wir haben keinen Torschuss zugelassen.» In der Tat machte seine Mannschaft am Samstag alles richtig. Elggs Mittelstürmer und Goalgetter Ramadani kam nie auf Touren, zeigte eine unauffällige Leistung, wurde von Thayngens Abwehr abgemeldet. Vorsicht wurde generell grossgeschrieben. Keiner der beiden Kontrahenten wollte ein zu grosses Risiko auf sich nehmen und in einen Konter laufen. Die Hausherren waren gewillt, das Zepter zu übernehmen. Sie störten früh, setzten konsequent nach, nahmen weite Wege auf sich. Klare Möglichkeiten blieben vorerst Mangelware. Es wirkte so, als agierten beide Seiten mit verdecktem Visier. Wie Pokerspieler wollten sie sich nichts ins Blatt schauen lassen. Die erste halbe Stunde unterstrich diese Tatsache; vieles deutete auf ein Geduldsspiel hin. Der FCT suchte aber eine aktivere Rolle – und fand diese auch. Als es auf die Pause zuging, kam er besser in Fahrt. Thayngen gewann die zweiten Bälle. Und schliesslich zappelte das Spielgerät im Netz. Der Jubel war indes von kurzer Dauer, weil Stürmer Lee Roy Wendle aus einer Abseitsposition zurückgepfiffen wurde. Drei Zeigerumdrehungen später machte er besser: Nach einer Flanke kam er aus zentraler Position an den
Ball und reüssierte per Kopf. 1:0 – und das zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt. «Ich bin froh, hat es einmal geklappt», schmunzelte Wendle, als er auf seine beiden Versuche angesprochen wurde. Und er erklärte: «Wir haben es nachher sicher runtergespielt.» Nach dem Seitenwechsel blieb der Charakter der Partie derselbe, eine Reaktion Elggs blieb weitestgehend aus. Die Equipe aus dem Reiat kontrollierte das Geschehen, ohne zu sehr im Verwaltungsmodus zu agieren. Die Unterbrüche häuften sich mit der Zeit, die Minuten zerrannen quälend langsam. Und in der Schlussphase dehnten sie sich buchstäblich. Fünf Minuten Nachspielzeit hatte der Unparteiische kommuniziert, noch einmal bekamen die Winterthurer einen Eckball zugesprochen – ohne Folge. Ein Akteur der Gäste lag kurz darauf am Boden und lief Augenblicke später humpelnd vom Rasen. Auf und neben dem Platz gingen die Blicke Richtung Smartphone oder Uhr. Wie lange dauerte diese Begegnung noch? Die Antwort lautete: Nicht mehr lange. Sekunden später pfiff der Schiedsrichter ab, Thayngens 1:0-Sieg war in trockenen Tüchern – notabene der erste Heimerfolg in der Rückrunde. «Wir werden jetzt alles daran setzen, die letzten beiden Spiele zu gewinnen», blickte Trainer Moreno Del Rizzo bereits in die nahe Zukunft. Oberwinterthur und Ramsen heissen die Hürden auf dem Weg zu einem möglichen Aufstieg in die 2. Liga. Dabei kann der FCT vor eigenem Anhang antreten.