, Oesch Pascal (SHN, 24.03.2025)

Herren 1: Gut gespielt, schlecht belohnt (Quelle: SHN v. 24.03.2025)

Zum Rückrundenauftakt führt der FC Thayngen gegen Gossau zur Pause, verliert jedoch am Ende mit 1:3...

Zum Rückrundenauftakt führt der FC Thayngen gegen Gossau zur Pause, verliert jedoch am Ende mit 1:3.

Bevor die Zeit für einen Austausch kam, mussten sich die Gemüter abkühlen. Die Partie zwischen dem FC Thayngen und Gossau fand nämlich ihr Ende nicht mit dem Schlusspfiff, sondern wurde um einen Epilog erweitert. Engagierte Diskussionen mit den Unparteiischen, die Suche nach Erklärungen, die Darlegung der eigenen Position. Das Publikum auf dem Sportplatz Stockwiesen, die Spieler, die Trainer – alle hatten ihre eigene Sicht auf die Geschehnisse während dieser 2.-Liga-Partie. «Ich sage sonst nie etwas gegen den Schiedsrichter, aber er hätte zwei Penaltys für uns pfeifen müssen», meinte Thayngens Trainer Moreno Del Rizzo eine gute Viertelstunde nach dem Ende der Begegnung. Del Rizzo verwies auf vier Szenen, die sich im Verlauf des Spiels zutrugen: Stets ging einer seiner Spieler im Strafraum zu Boden, stets blieb die Pfeife stumm. Vor allem eine Sequenz vor der Pause ärgerte ihn.

Der FCT lag zu diesem Zeitpunkt vorne und erzielte ein zweites Tor, das wegen einer vermeintlichen Abseitsposition aberkannt wurde. Dazu kam einer der verwehrten Elfmeter. «Führen wir 2:0, ist es ein ganz anderer Match», stellte Moreno Del Rizzo folgerichtig fest. Thayngen machte in der ersten Halbzeit vieles richtig. Der Aufsteiger versuchte von Anfang an, das Zepter an sich zu reissen.

«Wir dürfen uns nicht nervös machen lassen», rief Gossaus Captain Yves Kündig seinen Kollegen während eines Unterbruchs zu. Das Heimteam machte Druck, erarbeitete sich in der Startviertelstunde drei Eckbälle – und ging folgerichtig in Führung. Captain Denis Braun traf aus grosser Distanz, der Ball zappelte hinter dem Zürcher Torhüter Marc Fankhauser im Netz. Ein sensationeller Treffer – in Annahme, Ausführung und Vollendung. Und beim anschliessenden Jubel zog Braun sogar die Eckfahne in Mitleidenschaft.

Thayngen hätte die Führung ausbauen müssen
So weit, so gut. Und es ging in ähnlichem Stil weiter. Kaum war das Spiel wieder aufgenommen, hatte Thayngen erneut eine Chance. Gossau rettete sich in höchster Not, im Strafraum brannte es lichterloh. Das 1:0 tat dem FCT gut. Wer die Möglichkeiten protokollieren wollte, kam kaum nach. Thayngen hätte höher führen können. Die beiden Kontrahenten servierten ein unterhaltsames und animiertes Spiel, ein Hin und Her. Doch nach dem Seitenwechsel liess die Intensität nach. Die Ereignisdichte nahm ab, Gossau kämpfte sich zurück. Und kam nach einer guten Stunde durch Jari Fankhauser zum Ausgleich. Dieses 1:1 hauchte ihnen weiter Leben ein, die Kräfte verschoben sich. Thayngen beanspruchte phasenweise das Glück des Tüchtigen, doch in der Schlussphase mussten sich die Gastgeber erneut geschlagen geben. Und zwar nach einer Standardsituation.

Gossaus Fabio De Nunzio reüssierte nach einem Eckball per Kopf – und via Innenpfosten. Der Wind hatte gedreht, alle Vorteile lagen plötzlich bei den Gästen. Konnte der FCT reagieren, den Kopf aus der Schlinge ziehen und den an und für sich verdienten Zähler erringen? Nein, denn in der Schlussminute trafen die Zürcher ein drittes Mal und besiegelten die 1:3-Niederlage Thayngens.

Trotzdem zog Trainer Moreno Del Rizzo am Samstagabend durchaus positive Schlüsse aus dem Rückrundenauftakt. «Gossau hat sicher nicht damit gerechnet, dass es so schwer für sie wird», betonte er und verwies auf das erste Aufeinandertreffen im laufenden Championat, das mit einer deutlichen Niederlage geendet hatte. «Ich bin stolz auf die Mannschaft», betonte er. Diese war in der Winterpause punktuell verstärkt worden. Und diese Komponente machte sich gegen Gossau bereits bemerkbar. Thayngen wurde für eine gute Leistung schlecht belohnt.

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